Elektrotherapie (ET)

 

                                 

 

Unter Elektrotherapie versteht man die therapeutische Anwendung von elektrischem Strom am Körper des Patienten.
Es besteht die Möglichkeit, Strom über Elektroden auf der Haut oder im Wasserbad (Mehrzellenbad) zu applizieren.


Die Wirkungsweisen und die Stromformen sind sehr vielfältig. Grundsätzlich gilt aber, dass im Körperinneren immer ein Ionenfluss (nicht primär Elektronenfluss wie im metallischen Leiter) entsteht. Da nicht alle Ionen die Zellmembranen passieren können, ist der tatsächliche „Fluss“ oft sehr begrenzt. Viel wichtiger ist die anliegende Spannung und damit die „Ausrichtung“ dieser Ionen im Körper.


Elektrotherapie kann zur Verbesserung des Stoffwechsels eingesetzt werden, hat großen Einfluss auf unsere Nerven, weshalb sie effizient zur Schmerzdämpfung benutzt werden kann. Die Therapie gelähmter Muskeln (sofern die Lähmung vom Nerv verursacht und voraussichtlich vorübergehend ist) ist ein weiteres Gebiet der Elektrotherapie. Auch die Nerven selbst können effizient behandelt werden.


Nicht zuletzt besteht die Möglichkeit über eine elektrische Gleichspannung den Wirkstoff eines Medikaments (Salbe/Creme etc.) effizienter durch die Haut ins Gewebe zu transportieren. Diese Anwendung wird Iontophorese genannt. Der zur Anwendung kommende Wirkstoff, wird Ihnen von Ihrem Arzt verschrieben.


Neben den vielen Einsatzmöglichkeiten von Elektrotherapie gibt es aber auch einige Gründe,  die gegen einen Einsatz von therapeutischen Strömen beim einzelnen Patienten sprechen. Die Anwendung von Strom bei Patienten mit technischen Geräten im Körper (z.B.: Herzschrittmacher) ist nur nach genauer Absprache mit dem Hersteller/Arzt erlaubt. Auch bestimmte Hautkrankheiten oder einige neurologische Erkrankungen sowie Wahrnehmungsstörungen im Bereich einer Elektrode sind Gründe, von einer solchen Behandlung abzusehen. Bei Schwangeren ist eine Behandlung am Rumpf immer und an anderen Körperstellen manchmal verboten. Träger von Implantaten, wie zum Beispiel künstlichen Gelenken, dürfen meistens bedenkenlos an anderen Stellen Strom anwenden. Liegen die Implantate in der „Spannungszone“ zwischen den Elektroden, sind viele Kombinationen zwischen konkretem Strom und Material des Implantats erlaubt und unbedenklich, manche allerdings nicht.

 

Die Entscheidung, ob Elektrotherapie für Sie sinnvoll ist, trifft Ihr Arzt unter Berücksichtigung Ihres aktuellen Gesundheitszustandes.

 

 
Menu
Nach oben auf dieser Seite