Entzündung


Eine Entzündung ist Teil der normalen Wundheilung. (Achtung: Bitte nicht mit einer Infektion verwechseln, die durch Erreger ausgelöst wird. Diese wäre in einem normalen Heilungsprozess nicht vorhanden).


Der normale Entzündungsprozess im Rahmen der Wundheilung ist gekennzeichnet durch Schmerz, Schwellung, Rötung, Wärme und Funktionseinschränkung. Diese Einzelkomponenten müssen nicht alle gleichermaßen stark ausgeprägt sein. Wichtig ist hier jedoch im Rahmen der Belastungssteigerung und der physikalischen Therapie, dass ein gewisses Maß nicht überschritten wird.


Die wichtigste Möglichkeit für Sie hier Einfluss zu nehmen ist Ihr persönliches „Belastungsmanagement“.  Alle Bewegungen und Haltungen zusammen ergeben die „Tagesbelastung“ auf Ihre betroffene Struktur. Wichtig ist hierbei, dass unter Umständen auch Bewegungen oder Positionen belastend für Ihre betroffene Struktur sein können, die man im ersten Moment nicht so einschätzen würde (z.B.: langes Sitzen bei Beinproblemen oder Arm lange hängen lassen bei Armproblemen etc.). Genaueres zu Ihrem konkreten Problem besprechen Sie bitte mit Ihrem Therapeuten und Ihrem Arzt.


Eine weitere Möglichkeit zur Einflussnahme auf Ihre Entzündungssituation ist die Temperaturapplikation d.h. meistens Kälte auflegen. In seltenen Einzelfällen ist auch mal Wärme besser, aber das sollten Sie wieder konkret mit Ihrem Therapeuten besprechen. Wichtig ist immer die Intensität nicht zu hoch zu wählen. Bei einer Wärmeanwendung sollten sie keine minutenlangen Rötungen der Haut oder Ähnliches bekommen. Bei einer Kälteanwendung sollte die Temperatur „angenehm kühl“ sein. Unangenehmes Kälteempfinden oder „betäubende“ Kälte sind hier unerwünscht, weil dies im Anschluss zu mehr Durchblutung (Rötung) und Schwellung führen kann. Hier haben sich Kältepackungen aus dem Kühlschrank (nicht Gefrierfach) bewährt. Bei Quarkanwendungen zur Kühlung sollten sie darauf achten, dass der Quark entfernt wird, sobald er nicht mehr kühl ist. Andernfalls wirkt er isolierend und damit indirekt wärmend auf die behandelte Struktur.


Oftmals werden vom behandelnden Arzt auch Medikamente verordnet, die sowohl schmerzreduzierende, als auch entzündungshemmende Wirkung haben. Unsere Empfehlung ist hier ganz eindeutig, diese Medikamente auch wie verordnet zu nehmen, um damit die Entzündungsreaktionen auf einem idealen, niedrigen Niveau zu halten. Wenn nicht gleichzeitig die „Tagesbelastung“ über Gebühr erhöht wird, trägt dies tatsächlich zur schnelleren Heilung bei (also ursächliche Therapie) und ist nicht nur eine Unterdrückung des Schmerzes (symptomatische Therapie).

 

 
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