Arthrose

        
Unter Arthrose versteht man eine Abnutzung des Gelenkknorpels, was mit zunehmendem Alter völlig normal ist. Weitere Ursachen können beispielsweise ein Übermaß an Belastung (etwa erhöhtes Körpergewicht), angeborene Ursachen wie Fehlstellungen der Gelenke oder auch knöcherne Deformierung durch Knochenerkrankungen wie Osteoporose oder Unfälle sein.


Der Grad der Arthrose geht jedoch nicht mit der Schwere der Symptomatik einher, da der Grad der Arthrose immer durch Bilder (Röntgen oder Kernspin) ermittelt wird und der Grad der Beschwerden nicht direkt mit dem sichtbaren Verschleiß gleichzusetzen ist (viel Verschleiß heißt nicht viel Beschwerden und umgekehrt).


Die Arthrose als solche ist nicht schmerzhaft. Schmerzen entstehen entweder durch die Bewegung und Reibung gereizter und entzündeter Strukturen (z.B. Knochenhaut) oder aufgrund von Gelenkentzündungen (Arthritiden) die oft mit Arthrosen einhergehen („Abrieb“ von Knorpel wird mit Hilfe von Entzündung im Gelenk abgebaut). Zwar ist die Arthrose nicht heilbar, jedoch kann der Verlauf durch ein angepasstes Verhalten sowie entsprechende Therapie günstig beeinflusst werden:

 

  • Durch viel Bewegung mit wenig Belastung kann die Knorpelernährung verbessert werden (Fahrradfahren mit niedrigem Gang,   Pendeln, Schwimmen)   
  • Durch Kräftigung der gelenkumgebenden Muskulatur wird das Gelenk muskulär besser gesichert und geführtDurch Dehnung der verkürzten Muskulatur wird das Gelenk optimaler be- und entlastet
  • Eigenmobilisationsübungen verbessern bzw. erhalten das Bewegungsausmaß

 

Arthrose ist also normalerweise eine fortschreitende Veränderung die oft beschwerdefrei abläuft, manchmal schneller, manchmal langsamer Probleme verursacht und durch bestimmte Therapien/ Verhaltensweisen beeinflussbar ist. Für die Patienten passive Therapien wie z.B. Zug-Therapien für die betroffenen Gelenke sind oft sehr erfolgreich bezüglich Schmerzdämpfung, nicht jedoch bezüglich einer Strukturverbesserung.

Im günstigsten Fall gehen also die Schmerzen weg, die Röntgenbilder zeigen aber weiterhin abgenutzte Gelenke. Da aber der Schmerz das Hauptproblem ist und nicht das Röntgenbild, ist damit ja schon viel gewonnen.


Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass es Untersuchungen gibt, die belegen, dass die oben genannten passiven Therapien bei Arthrosen nach ca. 2 Monaten Therapie ihre Endlichkeiten haben. Das heißt, dass keine weiteren Verbesserungen mehr zu erwarten sind. Hier kommt die aktive Therapie im Sinne eines angepassten, individuellen Trainings (z.B. KGG) zum tragen. Dies kann zu einer längerfristigen Therapie mit langfristig stabilisierenden Eigenschaften werden, um dem Verschleiß und dem Schmerz durch gute Stoffwechsel- und Aufbauprozesse möglichst lange Einhalt zu gebieten. Letztlich ist aber auch dies eher ein „Zeit gewinnen“ als eine ursächliche Therapie. Manchmal aber sehr erfolgreich für Jahre.


Bezüglich Operationsnotwendigkeit Ihrer Arthrose berät Sie Ihr Arzt. Grundsätzlich sind die Kriterien vielfältig. Ausschlaggebend sind aber meistens das Alter, der eigene Anspruch und die körperliche Fitness des Patienten sowie die aktuelle und die zu erwartende Lebensqualität nach einer eventuellen OP. Eine aktive Therapie im Sinne eines Trainings wäre aber auch OP- vorbereitend eine sinnvolle Maßnahme soweit es Ihr Schmerz zulässt.

 

 
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